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IVW-Quartalsbilanz: Einzelnen Printsegmenten half die “neue Häuslichkeit” nach dem Shutdown

Die Beschäftigung mit sich selbst, mit der eigenen Kernfamilie und, sofern vorhanden, mit dem Garten stand im März für viele Bundesbürger auf der Agenda. Amtliche Kontaktsperren und private Initiativen wie #Wirbleibenzuhause gaben dafür die Impulse. In der IVW-Auflagenstatistik hat die erzwungene “neue Häuslichkeit”, obwohl sie nicht das ganze Quartal prägte, durchaus ein paar Spuren hinterlassen. Um auf sie zu stoßen, kann man sich ansehen, aus welchen Segmenten die Zeitschriften stammen, die gegen Vorjahr am stärksten zugelegt haben. Bei den Top Five (Abb. unten) kann ein kausaler Zusammenhang mit dem Shutdown vermutet werden. Dies umso mehr, als diese Titel spürbar im Einzelverkauf zugelegt haben. Mehr noch: Die Zuwächse stammen, ZEIT Wissen ausgenommen, sogar ganz überwiegend aus dem EV.

Den weitaus höchsten absoluten Zuwachs der Verkaufsauflage verzeichnet Landlust mit fast 43 TEx. Glamour verkaufte rund 21 TEx mehr als im Vorjahr – und brachte unter anderem das Thema “Happy mit Pflanzen” aufs Cover der Märzausgabe. Derweil wurde ZEIT Wissen grundsätzlicher. “Das Leben entgiften, den Geist entrümpeln, den Körper befreien” riet die Redaktion. Meine Familie & ich punktete mit alltagstauglichem Wissen über “Familienkuchen vom Blech”.

Infolge der Schließung von Kitas und Schulen brauchten auch die lieben Kleinen neuen Lesestoff. Die Eiskönigin kommt wie die beiden vorgenannten Titel auf ein Plus von gut 16 TEx, was in diesem Fall einer kräftigen relativen Steigerung von 40 Prozent entspricht. Unter den Top 30 nach Auflagenwachstum (Grafik unten) findet man gut ein halbes Dutzend weitere Kinderzeitschriften vom Lego Star Wars Magazin über Bibi Blocksberg bis Micky Maus. Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten wundert es nicht, dass auch ein Spezialtitel wie Focus-Money zulegen konnte.

Allerdings ist Focus-Money eher die Ausnahme: Der Bedarf an aktuellen Informationen, den die Coronakrise auslöste, wurde, so scheint es, eher durch Websites und Apps als durch Print befriedigt. So zeigt ein Blick auf die dreißig meistverkauften Kiosk-Titel (Tabelle unten), dass Medienmarken wie Spiegel, Stern und Focus im Quartal Printauflage einbüßen. Einerseits. Andererseits weisen bekanntlich die jüngsten Monatsdaten über Unique User und Visits auf spektakuläres Wachstum ihrer digitalen Angebote hin.

Angeführt wird das Ranking der meistverkauften Titel wie bisher von den Millionensellern TV 14 und TV digital sowie dem wöchentlich erscheinenden Klassiker Hörzu. Fernsehzeitschriften mit leicht steigender Auflage sind auf Rangplatz 13 (TV pur) und 19 (TV für mich) zu finden.

2020-04-23T08:36:05+02:00 April 23rd, 2020|Updates|0 Comments