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Zielgruppen der Woche: Native “Ossis” und “Wessis”

Zum 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, werden feierliche Reden gehalten, kluge Leitartikel verfasst und statistische Analysen präsentiert. Fazit zumeist: Eine vollständige Angleichung der Einstellungen und Verhaltensweisen gibt es im einst geteilten Land nicht.

Doch wie steht es eigentlich um die Qualität der Analysen? Kann man die Menschen überhaupt identifizieren, die ihre Prägung als „Wessis“ oder „Ossis“ erhielten? Der heutige Wohnort sagt darüber ja nichts aus. Für die Markt-Media-Forschung liefert der Zielgruppenfinder von PZ Online eine Antwort. Wer „1989“ ins Suchfeld eingibt – das Jahr, in dem die Berliner Mauer fiel – erhält die Information, dass die AWA erhebt, wo die Menschen im Herbst 1989 lebten. Das Ergebnis (siehe Grafik) mag überraschen:

 

  • Über ein Fünftel der  Bevölkerung hatte mit der Spaltung des Landes persönlich gar nichts zu tun. Rund 15 Prozent wurden erst nach dem Mauerfall geboren. Und knapp acht Prozent lebten zur Zeit des Mauerfalls im Ausland. Dabei handelt es sich zum Großteil um Zuwanderer des letzten Vierteljahrhunderts, die die deutsche Sprache beherrschen.
  • Rund 60 Prozent lebten im Herbst 1989 im Westteil des Landes, der alten BRD, und knapp 17 Prozent im Ostteil, in der damaligen DDR. Wären zusammen 77 Prozent. Allerdings: Nicht in allen Köpfen können die Jahrzehnte der Teilung tiefe Spuren hinterlassen haben, weil viele dieser Menschen 1989 noch sehr jung war. Wenn man auch dies berücksichtigt, bleiben circa zwei Drittel übrig.

Die nativen „Ossis“ und „Wessis“ können nach allen Merkmalen der AWA analysiert werden. Zum Beispiel auch nach jenen kulturellen und politischen Präferenzen, über die aus aktuellem Anlass debattiert wird. Aber natürlich auch nach Marken- und Medienpräferenzen.

Manche Einstellungen hängen nicht zuletzt mit der sozialen Lage zusammen. Die Studie AWA First Class bildet das obere Zehntel der Bevölkerung nach Bildung, Beruf und Einkommen ab. In diesem Bevölkerungssegment dominieren die nativen „Wessis“ mit einem Anteil von 74 Prozent. Der Anteil der „Ossis“ ist hier nur halb so hoch wie in der Gesamtbevölkerung.

2017-10-06T10:48:24+00:00 Oktober 1st, 2016|Insights|0 Kommentare

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